Montag, 20. September 2010 -VdH Bad Waldsee- Am kommenden Wochenende finden in Tuttlingen die Ausscheidungskämpfe für den Fährtensport statt. 2 Teams aus Bad Waldsee haben sich auf diese Wettkämpfe vorbereitet und wollen dort ihr Können unter Beweis stellen.
Als die Paradedisziplin wird unter den Hundesportlern das so genannte „Fährten" bezeichnet. Es verlangt eine gute Ausbildung für Hund und Führer und höchste, lang-anhaltende „Nasen-" und Suchkonzentration vom Vierbeiner.
• Was Menschen mit den Augen erfassen, „sieht" der Hund durch die Nase: Die Geruchsinformationen ergeben im Hundehirn ein Abbild über seine Umwelt. Diesen ausgeprägten Sinn des Hundes basiert u.a. auf der Anatomie der Nase.
• Nasengänge unterschiedlicher Weite, Ausformung und Länge bilden das Riechfeld. Langnasen wie Schäferhund oder auch der Labrador haben bis zu 240Mio Riechzellen und sind „riechtechnisch" im Vorteil gegenüber „Kurznase" Boxer oder Terrier, die mit ca. 150Mio Riechsensoren auskommen müssen.
• Ausgestattet mit solch einem Riechorgan kann der Hund die beim Atmen einströmende Luft noch aus 150 Zentimeter Entfernung auf geringste Geruchseindrücke untersuchen. Beginnt der Hund dann noch intensiv zu schnüffeln (bis zu 300mal/min), sorgt die höhere Frequenz des Atemholens dafür, dass bestimmte Gerüche noch genauer identifiziert werden.
• Dieser Geruchssinn erklärt auch die erstaunliche Spürleistung, die Suchhunde immer wieder beim Auffinden von Verschütteten und Vermissten zeigen.
Ca. 4 Stunden dauert das normale Training für die Fährten-Disziplin. Vorneweg wird die „Spur" gelegt. 1,5 km oder 1800 Schritte ist die Vorgabe für die Leistungsstufe FH2.
Vorgaben für die Fährte FH2
Länge der Fährte = mind. 1800 Schritte
Alter der Fährte = 3 Stunden
Legen der Verleitungsfährte = 30 Min. vor Suchbeginn
Anzahl der Schenkel = 8
Anzahl der Winkel = 7
Anzahl der Gegenstände = 7
Hörzeichen = „Such"
Weitere Anforderungen = Wechselgelände und Weg
Maximal zulässige Suchdauer = 40 Minuten
Die Fährte ist 3 Stunden alt: Nun wird Rüde Armagnac auf Spur gesetzt. Total konzentriert, mit dem Riecher dicht über dem Grund, arbeitet er sich durch das Gelände.
Der 1.Gegenstand ist gefunden: Der Hund zeigt durch ein "Platz", daß ein Sucherfolg vorzuweisen ist. Jetzt geht es weiter zum 1. Winkel.
Nach 30 Minuten ist „abgefährtet", 7 Gegenstände sind „verwiesen". . Armagnac ist nach dieser Nasen-Höchstleistung stolz und zufrieden. Zusammen wird der Trainings-Ablauf nochmals besprochen und bewertet.
Für den Wettkampf in Tuttlingen wünschen wir den Fährten-Teams vom VdH viel Erfolg und gute Platzierungen.
Bericht und Fotos von A.Burkhart